Nordwest Sonntagsblatt

Nr. 5 / 29. November 2020 Telefon (0 44 21) 4 00 86 -29 www.nordwest-sonntagsblatt.de Klassik: Eine alterna- tive Präsentation mit ad- ventlich-musikalischen Im- pressionen bietet die Stadt Jever. Seite 2 Sport: Die Winter- sport-Saison hat begon- nen. Die Coronakrise be- stimmt aber auch hier das Programm. Seite 3 Tier: Die reizende Paula wünscht sich ein ruhiges Zuhause, in dem sie von netten Menschen ver- wöhnt wird. Seite 5 Rechtlos: Millionen von Mädchen in Sierra Leone dürfen weder in die Schule gehen noch studie- ren. Seite 20 Im Gespräch Musik der unterschied- lichsten Art bestimmt das Leben von Freddy Hinrichs. Seite 21 Die Wolkendecke bleibt geschlossen bei Werten von -1 bis 3°C. Nachts ist es grau und es bleibt neblig und die Temperatur fällt auf -2°C. Böen zwi- schen 6 und 25 km/h Die Sonne ist heute fast nicht zu sehen. Wilhelmshaven. (Za) Gastronomen ächzen, Ho- teliers prozessieren. Die strengen Einschränkun- gen - vorerst verlängert bis zum 20. Dezember - lassen viele Branchen leiden. Die Auswirkungen der Covid- 19-Pandemie sind noch gar nicht absehbar. Während die deutsche Wirtschaft in Turbulenzen steckt, trotzen einige Sek- toren der Depression, da- runter der Immobilien- markt – er zeigt sich auch während der Coronakrise weiter als standhaft. Wie eine aktuelle Ana- lyse zur Preis- und Miet- entwicklung für Wohn- eigentum in Deutschland zeigt, steigen die Miet- und Kaufpreise stetig. Weitge- hend unabhängig von wirtschaftlichen Entwick- lungen zeigen sich dabei laut DI Deutschland.Im- mobilien AG vor allem Pflegeimmobilien. Hier wird entsprechend kräftig investiert. Was bedeute das für Wilhelmshaven? Hier tummeln sich, vor- rangig in der Südstadt, auswärtige Investoren. Ob alte Gründerhäuser, die aufwändig saniert, danach teuer vermietet werden, „Ehrenwortplatz“ oder demnächst Media-Markt, das alte, ehrwürdige „Kar- stadt-Gebäude“: Alt-Be- sitzer reiben sich die Hän- de, verkaufen sie doch ihre Immobilien zu Top-Prei- sen überwiegend an Aus- wärtige. Der Umkehrschluss: Günstiger Wohnraumwird rar bzw. Wohnraum wird mittlerweile auch in der Jadestadt zur Mangelware. Zumindest in der Süd- stadt, wo aus dem „Ehren- wortplatz“ nun barriere- freie Luxus-Wohnungen für gut betuchte Alte ent- stehen - der Verkauf wur- de bereits realisiert - oder das „Karstadtgebäude“, in dem im oberen Bereich Nobel-Pflegeplätze im Verbund von einem Leip- ziger Investor mit einer Pflege-Firma entstehen sollen. Letzteres ist noch in Planung. Pflege ist das heutige Zauberwort, wenn es um Rendite bei Immobi- lien geht. Was südstadt- mäßig nicht in die Pflege wandert, wird zur Ferien- wohnung „kaputt sa- niert“, wie Wilhelmshave- ner Südstadtbewohner verärgert ihren Unmut kundtun. Mehrere Jadestädter (Namen sind der Redak- tion bekannt) suchen gera- de eine neue Bleibe, da sie aus ihren Wohnungen he- raus geklagt werden oder - um jeden Ärger aus dem Weg zu gehen - sich auf Vergleiche eingelassen ha- ben, denn die uralten Gründerhäuser in Bestla- ge sind als Renditeobjekte bei Investoren heiß be- gehrt. Die Wilhelmshavener selbst gucken in die Röhre oder müssen die teils hor- renden Mieten stemmen, Die Klagen aus dem Trendviertel nehmen zu. Nur meckern wäre aller- dings nicht angesagt. Der Vorteil dieses Investitions- Boom: Alte, vergammelte Häuser werden moderni- siert, das Stadtbild ge- winnt. Wenn da nicht die Angst vor den Rollatoren wäre. Immer mehr Pflegeim- mobilien könnten für eine immer ältere Bevölkerung sorgen. Es sei denn man steuert dagegen. Beispiels- weise indem man bezahl- baren Wohnraum für jun- ge Menschen und Familien schafft. Oder Originelles, um auch eine Klientel in die Jadestadt zu ziehen, die nicht zwischen 70 und 90 ist. Ideen gäbe es genug. Beispielsweise Baulücken mit Containerwohnungen zu schließen. Andere Städ- te wie z.B. Berlin oder Rot- terdam machen es vor. Auch in Bremerhaven ist bereits das erste Contai- nerhaus in der Entwick- lungsphase. Wer einen be- wussten und nachhaltigen Lebensstil pflegt, möchte nicht selten auch minima- listisch wohnen. Das könnten Containerwoh- nungen bieten. Es gibt aber noch viele andere kreative Möglich- keiten, den ökologischen Fußabdruck klein zu hal- ten und trotzdem komfor- tabel zu leben – gerade auch in der Jadestadt. Das Nordwest-Sonn- tagsblatt sprach mit Ober- bürgermeister Carsten Feist über die Zukunft in Wilhelmshaven und spe- ziell über die Situation in der Südstadt, dem Trend- Stadtteil im Höhenflug. Seite 25 Wilhelmshavens Südstadt wandelt sich Trend-Stadtteil im Höhenflug? Wilhelmshavens Südstadt von oben während des Ballon- meetings 2019: Traumlage zwischen Wasser und Innenstadt. Foto: WZ-Bilddienst Hannover. (gms) Die Zahl der Ermittlungsver- fahren wegen des Ver- dachts zu Unrecht in An- spruch genommener Coro- na-Hilfen steigt weiter an. Ermittelten die Strafver- folger Anfang Oktober 2020 noch in 1.052 Verfah- ren, stieg die Zahl Anfang November auf 1.196. Ins- gesamt geht es dabei um ausgezahlte Fördermittel in Höhe von rund 9,3 Mio. Euro (Vormonat: ca. 8,2 Mio. Euro). Die Summe vorläufig gesicherter Be- träge stieg auf rund 880.000 Euro (Vormonat ca. 840.000 Euro). Die Staatsanwaltschaf- ten haben in 110 Fällen eine Anklage erhoben oder einen Strafbefehl bean- tragt (Vormonat: 64). Ins- gesamt 25 Verfahren konnten bereits rechts- kräftig abgeschlossen werden (Vormonat: 13). In 134 Verfahren haben die Strafverfolger die Ermitt- lungen eingestellt, weil eine Straftat nicht nach- weisbar war. Die meisten Verfahren hatte bislang die Staatsanwaltschaft Hannover zu bearbeiten (474), gefolgt von Hildes- heim (134), Oldenburg (100) und Braunschweig (99.) Justizministerin Barba- ra Havliza: „Die Staatsan- waltschaften bearbeiten die Verfahren zügig und effizient. Den Steuerzah- lern, aber auch den ehrli- chen Antragstellern schul- den wir, dass wir die schwarzen Schafe erwi- schen. Solidarität hält unsere Gesellschaft zu- sammen, vor allem in die- sem schwierigen Corona- Jahr. Ein Betrug, um so an Geld zu kommen, ist das Gegenteil von Solidari- tät!“ Ausgangspunkt der Er- mittlungsverfahren sind vielfach Verdachtsmel- dungen, die die auszahlen- de NBank routinemäßig abgibt, wenn sich im Rah- men der Antragsstellung Hinweise auf vorsätzliche Falschangaben ergeben. Entsprechende Prüfme- chanismen hatte die NBank frühzeitig auf Wunsch des Wirtschafts- ministeriums eingerichtet. Betrug mit Corona-Hilfen Friesland-Wilhelmsha- ven-Wittmund. (gms) Am 1. Dezember ist Welt-Aids- Tag. Die Aids-Hilfe Fries- land-Wilhelmshaven- Wittmund e.V. informiert darüber, dass am kommen- den Dienstag, 1. Dezem- ber, die Beratungsstelle in der Paul-Hug-Straße 60 in Wilhelmshaven von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet ist. Unter dem Motto: „Bären suchen ein Zuhause“ wer- den die Soli-Teddys für fünf Euro in gute Hände gegeben. In Deutschland leben rund 88.000 Menschen mit HIV. Dank moderner Me- dikamente haben die meisten von ihnen eine fast normale Lebens- erwartung und können auch niemanden mit HIV anstecken. Aber immer noch werden Menschen mit HIV ausgegrenzt. Die Aktion zum Welt-AIDS- Tag 2020 wendet sich da- her gegen Ausgrenzung von Menschen mit HIV. Am 1. Dezember Welt-Aids-Tag

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