Nordwest Sonntagsblatt

Seite 28 28. März 2021 Im Nordwesten. (gms) Die Ausfalltage wegen psychischer Erkrankun- gen sind im Corona-Jahr 2020 in Niedersachsen gegen den Bundestrend gesunken. Hier wurden rund 272 Fehltage je 100 erwerbstä- tige DAK-Versicherte re- gistriert, im Vorjahr waren es 274. Im Bundesdurch- schnitt waren es mit rund 265 Fehltagen zwar weni- ger, es gab jedoch einen Anstieg - 2019 waren es 260 Fehltage. Im Vergleich zu 2010 gab es in Nieder- sachsen zwei Drittel mehr Krankheitstage. Mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent war das Gesundheitswe- sen die Branche mit den meisten Fehltagen bei De- pressionen und Co. und löste die öffentliche Ver- waltung als Spitzenreiter ab. Das geht aus dem aktu- ellen Psychreport der DAK-Gesundheit für Nie- dersachsen hervor. Bei den Ausfalltagen wegen psy- chischer Erkrankungen waren mehrheitlich Frau- en betroffen. Ein psychi- scher Krankheitsfall dau- erte 2020 durchschnittlich 40 Tage – so lange wie noch nie. War bislang die öf- fentliche Verwaltung die Branche mit den meisten Krankschreibungen auf Grund psychischer Er- krankungen, so setzte sich im vergangenen Jahr das Gesundheitswesen an die Spitze. Die Belastungen durch die Pandemie wur- den hier offensichtlich. „Die aktuelle Analyse zeigt, wie gerade im Ge- sundheitswesen Menschen mit psychischen Proble- men besonders unter den Belastungen und Ein- schränkungen der Pande- mie leiden“, sagt Dirk Vennekold, Leiter der DAK-Landesvertretung in Niedersachsen. „Es ist of- fensichtlich, dass das Ge- sundheitswesen bis an die Grenzen belastet ist.“ Ob die Belastung in der öf- fentlichen Verwaltung et- was abgenommen habe, weil auch die Arbeit im Homeoffice für manche ein positiver Faktor gewe- sen ist, könne nicht sicher gesagt werden. „Wir wol- len den Betroffenen mit passenden Angeboten und Versorgungskonzepten zu helfen“, so Vennekold wei- ter. Das sei gerade in Kri- senzeiten wie der Corona- Pandemie sehr wichtig. Der Psychreport zeigt, wie sich in Niedersachsen bei den psychischen Er- krankungen 2020 das Ver- hältnis von kurzen zu langwierigen Fällen ver- ändert hat: Bei kurzen Krankschreibungen bis zu drei Tagen gab es einen Rückgang um 30 Prozent, bei einer Woche von 15 Prozent. Krankschreibun- gen von mehr als zwei Wo- chen nahmen hingegen zu. Für den Psychreport hat das Berliner IGES Institut Daten von knapp 230.000 bei der Kasse in Nieder- sachsen versicherten Be- schäftigten ausgewertet. Eingegangen sind alle Fehlzeiten, für die eine Arbeitsunfähigkeits- Be- scheinigung mit einer psy- chischen Diagnose an die Kasse geschickt wurde. Ein zentrales Ergebnis: Die durchschnittliche Dauer eines psychischen Krankheitsfalls hat ein Rekordniveau erreicht. Unter Pandemie-Bedin- gungen sanken bei Frauen die Fehlzeiten um fünf Prozent, während sie bei den Männern um fünf Pro- zent über dem Vorjahres- niveau lagen. So fielen bei DAK-versicherten Arbeit- nehmerinnen 2020 rund 334,7 Fehltage je 100 Ver- sicherte an.Männer kamen auf rund 219 Tage. Depressionen verursa- chen 2020 mit 112 Fehlta- gen je 100 Versicherte wei- terhin mit Abstand die meisten Fehltage. Hier gab es einen leichten Rück- gang. Andere Diagnosen wie neurotische und soma- toforme Störungen stiegen dagegen leicht an. Unter Pandemie-Bedingungen gewinnen die Anpassungs- störungen an Bedeutung: Es entfielen 60 Tage je 100 Versicherte auf diese zweitwichtigste Diagnose, allerdings fast unverän- dert viele wie im Vorjahr. Mit Anpassungsstörung ist eine Reaktion auf ein be- lastendes Lebensereignis, zum Beispiel einen Trauerfall, gemeint. Dies kann sich in negativen Veränderungen des Ge- mütszustandes oder auch in Störungen des Sozial- verhaltens ausdrücken. Die DAK-Gesundheit bietet Menschen mit An- passungsstörungen, aber auch mit Depressionen und Ängsten therapeuti- sche Hilfe – ohne Warte- zeiten und komplizierte Terminabsprachen. Versi- cherte der Krankenkasse können das Angebot „Veo- vita“ im Rahmen des Spe- zialisten-Netzwerks der Kasse nutzen. Es sorgt für eine gute Vernetzung von haus- und fachärztlichen Praxen, Psychotherapeu- tinnen und Psychothera- peuten. Ziel ist, einen aku- ten Handlungsbedarf schneller zu identifizieren und Betroffene gezielt zur richtigen Behandlung zu führen. Weitere Informa- tionen im Netz: www.dak.de/psyche Die meisten Ausfalltage laut Analyse der DAK-Gesundheit Niedersachsen: Im Gesundheitswesen leidet die Psyche Wilhelmshaven/Fries- land. (gms) In diesem Jahr fährt die Evangelische Ju- gend im Kirchenkreis Friesland – Wilhelmsha- ven mit insgesamt 31 Per- sonen in die Niederlande! Das reetgedeckte, ge- mütliche Gruppenhaus „Alte Scheune“ liegt an dem kleinen idyllischen Hafen in Eastermar. Die Unterkunft verfügt über gemütliche Vierbett- zimmer und liegt zwischen zwei Seen mit Badestrand, die jeweils 2 km entfernt sind. Für das leibliche Wohl steht eine gut ausgestatte- te Küche zur Verfügung, in der täglich leckere Mahl- zeiten selbst zubereiten werden. Auf dem Außen- gelände besteht die Mög- lichkeit, Fußball, Volley- ball und Badminton zu spielen, zu grillen und zu faulenzen. Die Aufent- haltsräume mit Tischten- nisplatte und Kicker kön- nen für kreative Work- shops, zum Spielen und zum Entspannen genutzt werden. Gemeinsam wird die Gruppe die Gegend entdecken, Ausflüge unternehmen evtl. nach Leeuwarden, Groningen, etc., schwimmen… einfach die Ferien genießen. Ein Wort zum Thema Corona: Aufgrund der im- mer noch unklaren Lage hat man sich im Freizeit- team entschieden, in die- sem Jahr noch nicht auf einen Campingplatz im Süden zu fahren. In den Niederlanden hat man ein attraktives Haus gefun- den, welches man allein bewohnen wird, in wel- chem man die Hygienere- geln selbst kontrollieren kann und zu dem die Bus- anreise nicht ganz so weit ist. Es ist gerade in diesem Jahr wichtig, als Gruppe gemeinsam weg zu fahren, um eine tolle Zeit zu ver- bringen, was ja schon so lange fehlt. Falls die Frei- zeit aufgrund der Corona- lage nicht durchgeführt werden kann, wird der Teilnehmerbeitrag natür- lich erstattet. Weitere Informationen gibt es bei Diakon Frank Jaeger (0171-7107220; frank.jaeger@ejo.de ) oder Diakon Herko Zobel (0171-7107255; herko.zo- bel@ejo.de ). Direkt anmel- den kann man sich über die Homepage der Evange- lischen Jugend unter www.fri-whv.de , wo auch weitere Freizeiten der Evangelischen Jugend zu finden sind. Für Jugendliche ab 13 Jahren Jugendfreizeit nach Eastermar/ Niederland

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