Nordwest Sonntagsblatt

Seite 12 11. April 2021 Wilhelmshaven. (gms) Zum Wintersemester 2021/22 bietet die Jade Hochschule am Campus Wilhelmshaven erstmalig den neuen Masterstudien- gang Ingenieurinformatik an. Die Regelstudienzeit beträgt drei Semester, wo- bei ein Teilzeitstudium bei entsprechender studienor- ganisatorischer Gestal- tung möglich ist. Der Masterstudiengang Ingenieurinformatik baut auf einem vorhandenen in- genieurwissenschaftlichen Abschluss auf. Es besteht bewusst keine Eingren- zung auf einzelne inge- nieurwissenschaftliche Disziplinen. Die Vertie- fung und Ausweitung der vorhandenen Informatik- kenntnisse stehen im Fo- kus. Zusätzlich zu prakti- schen Tätigkeiten in der Industrie setzt der Stu- diengang einen deutlichen Schwerpunkt auf die Be- rufsqualifizierung in Ent- wicklung, Forschung und Wissenschaft. Die Entwicklungen in der Industrie zeigen, wie groß das Potenzial und der Bedarf an einer Umset- zung der digitalen Mög- lichkeiten sind. Die im Studiengang „Ingenieurinformatik“ zu erwerbenden Qualifika- tionen erfüllen in dieser Hinsicht die Anforderun- gen der sich im digitalen Wandel befindlichen Arbeitswelt. Durch die Di- gitalisierung im Allgemei- nen - und speziell im Inge- nieurbereich - ergibt sich ein wachsender Bedarf an Ingenieurinnen und Inge- nieuren aller Fachrichtun- gen mit ausgeprägten In- formatikfähigkeiten. Nicht nur große Automo- bilhersteller wie BMW, Volkswagen oder Daimler benötigen vermehrt genau das Profil der Absol- vent_innen dieses Stu- diengangs. Absolvent_innen des Master Studiengangs In- genieurinformatik haben die Befähigung zur beam- tenrechtlichen Laufbahn des höheren Dienstes so- wie die wissenschaftliche Befähigung zur Aufnahme eines Promotionsstudiums an einer Universität. Weitere Informationen: www.jade-hs.de/iim Bewerbungen sind zum Wintersemester vom 1. Ju- ni bis 5. Oktober und zum Sommersemester vom 1. Dezember bis 15. März on- line über den eCampus möglich. https://ecampus.jade- hs.de/ Großer Bedarf an Digitalisierung im Ingenieurbereich Neuer Master-Studiengang Ingenieurinformatik Der Masterstudiengang Ingenieurinformatik baut auf einem vorhandenen ingenieurwis- senschaftlichen Abschluss auf. Foto: Pexels Aquarien oder bei der Rif- faufforstung zum Einsatz kommen. Diese Teilkoral- len sind genetisch iden- tisch, was sie anfällig gegenüber Umweltverän- derungen wie steigenden Wassertemperaturen macht. Sexuell vermehrte Jungtiere könnten wider- standsfähiger sein und sich besser an veränderte Bedingungen anpassen, so die Hoffnung der Exper- ten. Um die Acropora-Ko- rallen zum Ablaichen zu bringen, betrieben Schupp, Nietzer und ihr Kollege Matthew Jackson einen großen technischen Aufwand. Im Herbst ver- gangenen Jahres erweiter- ten sie die Aquarien in Wilhelmshaven mit spe- ziell für diesen Zweck de- signter Technik, um aust- ralische Bedingungen rea- listisch herzustellen. Da- bei simulierten sie sowohl Wasserchemie und Mond- zyklen als auch Parameter wie Tageslänge, Beleuch- tung und Temperatur. Die Forscher verwendeten Ko- rallen aus Australien, die sie über den Aquaristik- Handel bezogen hatten. Pünktlich zum erwarteten Termin – etwa eine Woche nach Vollmond im Dezem- ber – war es so weit: Die Korallen gaben gleichzei- tig ihre Eier und Spermien ins Wasser ab. Die Keim- zellen stiegen zur Oberflä- che, wo Nietzer und Jack- son sie einsammelten. Die Forscher mischten jeweils Eier und Spermien aus unterschiedlichen Koral- lenkolonien, um eine mög- lichst große genetische Vielfalt bei den Jungtieren zu erreichen. „Wir haben eine annähernd hundert- prozentige Befruchtungs- rate erreicht und konnten nach wenigen Tagen rund 50.000 entwickelte Larven zur Ansiedlung bringen“, berichtet Nietzer. Inzwi- schen seien die größten der überlebenden Nachkom- men bereits einen Zenti- meter groß. Mit den hier gewonnenen Larven und Jungkorallen wollen die Forscher nun Faktoren identifizieren, die Ansied- lung und Wachstum der Korallen fördern. Aber auch Umwelteinflüsse wie Meeresverschmutzung ste- hen im Fokus der For- schung. „Wir gehen davon aus, dass durch neue Er- kenntnisse und Methoden bei der Aufzucht in Zu- kunft große Mengen an Jungkorallen gezüchtet und die dabei entwickel- ten Methoden beispiels- weise bei der Riffauffors- tung an geschädigten Rif- fen und der Korallenfor- schung eingesetzt werden können“, erklärt Schupp. Zudem falle der große lo- gistische Aufwand weg, für die Gewinnung von Jungkorallen zu einem be- stimmten Zeitpunkt in die Heimat der Korallen rei- sen zu müssen. Weblinks uol.de/icbm/umwelt- biochemie Die gewonnenen Jungko- rallen sind bereits einen Zentimeter groß. Kleines Foto: Acropora tenius wäh- rend des Ablaichens. Fotos: Dr. Samuel Nietzer Varel (gms). Am Einzelhandels-Ge- winnspiel der Stadt Varel, zu dem die Wirtschaftsförde- rung der Stadt Varel im März eingeladen hatte, haben über 2.000 Personen teil- genommen. Größten- teils kamen die Teil- nehmer aus der Re- gion, aber auch in München, Nürnberg, Frankfurt und Mag- deburg hatte man von dem Gewinn- spiel gehört: Von dort sowie aus vielen an- deren Orten aus ganz Deutschland nahmen Menschen amGewinnspiel teil. Für das Einzelhandels- Gewinnspiel hatte die Politik 30.000 Euro zur Verfügung gestellt, so dass insgesamt 1.200 Gutschei- ne im Wert von je 25 Euro verlost werden konnten. Die städtische Wirt- schaftsförderung hatte das Einzelhandels-Gewinn- spiel initiiert, um die Ein- zelhändler vor Ort in Zei- ten von Corona zu unter- stützen. Alle inhaberge- führten. Bürgermeister Gerd Christian-Wagner , der bei der Auslosung der Gewinner dabei war, zeig- te sich beeindruckt: „In erster Linie wollten wir mit dem Gewinnspiel natürlich unsere Vareler Einzelhändler unterstüt- zen. Dass wir damit aber da- rüber hinaus so vielen Ge- winnern der Gutscheine etwas Gutes tun können, freut mich sehr.“. Die Gewinner wurden am Mittwoch ermittelt, die Gutscheine der Einzel- händler werden ihnen im Laufe der kommenden Woche zugeschickt. Gewinner ermittelt Einzelhandels- Gewinnspiel beendet Bürgermeister Gerd-Christian Wagner und Dr. Meike Knop, Leite- rin Stabsstelle Wirtschaftsförde- rung, bei der Ziehung der Gewin- ner. Foto: Stadt Varel Wilhelmshaven. (gms) Einen ganz besonderen Erfolg können Oldenbur- ger Wissenschaftler des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Ol- denburg verbuchen: In ihren Aquarien am Standort Wilhelmshaven gelang bundesweit erst- mals die Vermehrung von Steinkorallen. Das Team um Prof. Dr. Peter Schupp von der Arbeitsgruppe Umweltbiochemie stellte die Umweltbedingungen im Labor so nach, dass sie denen im Pazifischen Ozean – der Heimat der Korallen – entsprachen. Die Tiere vermehrten sich sexuell, was weltweit erst wenige Male gelang. „Das ist ein großer Schritt für die Korallenforschung in Deutschland“, sagt Dr. Sa- muel Nietzer, der die Wil- helmshavener Aquarien- anlage leitet. Die sexuelle Vermehrung eröffne wich- tige neue Forschungsmög- lichkeiten – etwa, die An- siedelung von Korallenlar- ven und das Wachstum von Jungkorallen gezielt zu untersuchen. Die verwen- deten Acropora-Korallen gehören zur wichtigsten Gattung der Steinkorallen und kommen in natürli- chen Korallenriffen sehr häufig vor. Die Hohltiere laichen nur einmal im Jahr. Dabei geben tausen- de Korallen ihre Eizellen und Spermien gleichzeitig ins Wasser ab. Dieses ex- akt synchronisierte Mas- senereignis findet nur unter ganz besonderen Be- dingungen statt, was die Vermehrung im Aquarium schwierig macht: Wenn Tageslänge, Mondzyklus und Klimafaktoren nicht genau mit den natürlichen Bedingungen überein- stimmen, produzieren die Korallen keine Nachkom- men. Die gängige Methode zur gezielten Vermehrung ist daher bislang die Frag- mentierung. Dabei wird eine große Koralle in klei- nere Teile gebrochen, die schnell wachsen und in Bundesweit einmaliger Erfolg bei sexueller Fortpflanzung Korallen erfolgreich im Labor vermehrt

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