Nordwest Sonntagsblatt

Seite 32 2. Mai 2021 Im Nordwesten. (gms) Venenerkrankungen sind ein häufig vorkommendes Krankheitsbild, rund ein Drittel unserer Bevölke- rung ist betroffen. Häufig zeigen sich erste Anzei- chen schon vor dem 30. Le- bensjahr. Venen sind die Gefäße, die das Blut zum Herzen zurückleiten. Bei einem Erwachsenen fließen tägli- chetwa 7.000 Liter Blut- durch sämtliche Venen. Insbesondere in den Bei- nen bilden sich Probleme, da die Flussrichtung im Stand ist sich entgegen der Schwerkraft zu richten -das Blut muss aufwärts fließen. Damit ein „Zu- rücksacken“des Blutes verhindert wird, haben die Venen Klappen, die wie ein Rückschlagventilfungie- ren. Die Muskulatur in den Beinen (z.B.beim Laufen) unterstützt den Rück- transportdes Blutes. Wenn dies nicht mehr einwand- frei funktioniert, kommt es zu einer Venenerweiterung (=Venenerkrankung) mit Beschwerden wie Schwe- regefühl, Spannungs- schmerz und Schwellun- gen. Später können Haut- verfärbungen und sogarof- fene Wunden entsteheno- der sich Entzündungen und oberflächliche Thrombosen bilden. Es wird hier unterschieden zwischen den Erkrankun- gen deroberflächlichen und der tiefen Venen. Eini- ge Veränderungen kön- nendurch das bloße Be- trachten der Haut erkannt werden, aber prinzipiell sollten alle Menschen mit Verdacht auf Venen- erkrankungen von einem Gefäßmediziner mit Ult- raschall und Duplexsono- graphie untersucht wer- den. So lässt sich dasAus- maß der Venenschädigung vollständigfeststellen. Die oberflächlichen Venen- erkrankungen können als sogenannte Besenreiser anfangenund sich bei stär- ker ausgeprägter Klap- pen- und Venenwand- schwäche zu Krampfadern entwickeln. Besenreiser sind überwiegend ein kos- metisches Problemund- können durch Injektion mit spezieller alkoholi- scher Lösung verklebt werden. Besenreiser und Krampfadern kommen häufig wieder, da man die Ursache der Erkrankung -die Bindegewebsschwä- che-nicht beheben kann. Krampfadern (knotig er- weiterte oberflächlicheVe- nen) auch Varizen ge- nannt, sollte man auf alle Fälle behandeln. Leider gilt auch hier: Die Ursache, die meist an- geborene Bindegewebs- schwäche, kann nicht be- hoben werden, aber die Beschwerden lassen sich lindern und Folgeschäden wie ein offenes Bein ver- meiden. Es gibt eine Vielzahl von Methoden um Krampf- adern zu therapieren. Häufig werden sie opera- tiv entfernt oder durch Verfahren mit Hitzeein- wirkung (u.a. Laser) von innen „verkocht“. Der Eingriff erfolgt in den meisten Fällen ambu- lant unddie Behandlungs- kosten vonanerkannten Verfahren werden von den Krankenkassen übernom- men. Alternativ zur Opera- tion kann eine Kompres- sionstherapie erfolgen. Dies geschieht in der Regel mittels angepasster Strümpfe oder Strumpf- hose. Bei Krampfadern sollte die Kompressionsklasse II getragen werden, aber nur nach Ausschluss einer ar- teriellen Durchblutungs- störung, da die durch Kompression verstärkt werden würde. Die Strümpfe müssen bei regelmäßigem Tragen alle 6 Monate erneuert werden. Unter dieser Be- handlung verschwinden die Krampfadern nicht, die Venenaussackungen nehmen bei konsequentem Tragen der Strümpfe aber nicht zu und die Be- schwerden lassen sich so ebenso lindern wie durch einen operativen Eingriff -nur ohne mögliche post- operative Komplikatio- nen. Angebotene „Venenmit- tel“ sind nur begrenzt wirksam, sie heilen nicht, können aber Beschwerden mindern. Um den Venen- erkrankungen entgegen- zuwirken, sollte man in Bewegung bleiben. Nordic Walking, Joggen, Schwim- men und Radfahren wir- ken sich positiv auf den Blutrückflussaus. Langes stehen oder sit- zen möglichst vermeiden und falls doch,wird emp- fohlen, die Beinmuskula- tur wiederkehrend anzu- spannen. Bei vorhandenen Krampfadern sind Wech- selgüsse gut und Sauna wie auch zu enge Klei- dung, die den Rückfluss des Blutes behindert sind weniger gut. Tritt eine Entzündung der oberflächlichen Venen auf spricht man von einer „Thrombophlebitis“. Die Venenwandentzündung bedingt eine Blutgerinn- selbildung und die Vene verstopft. Dies sollte unbedingt ärztlich behandelt werden, da sich in besonderen Fäl- len eine tiefe Beinvenen- thrombose entwickeln kann. Die Bein-oder Becken- venenthrombose ist ein verstopfen der tiefen Ve- nen. Sie geht mit stärkeren Schmerzen und einer Schwellung einher. Auslösende Faktoren für diese Erkrankung gibt es viele: angeborene De- fekte der Blutgerinnung, längere Ruhigstellung (Gips, auch längere Rei- sen!), bestimmte Medika- mente z.B. Hormonpräpa- rate, Rauchen und Überge- wicht aber auch Tumor- erkrankungen und Schwangerschaften sind begünstigende Ursachen. In diesen Fällen ist eine Kompressionstherapie neben einer Blutverdün- nung wichtig, damit kein Blutgerinnsel aus dem Bein über das Herz in die Lungengefäße gerät und zu einer Lungenembolie führt. Jede unklare neue Bein- schwellung mit Schmer- zen sollte man ernst neh- men und den Arzt aufsu- chen, insbesondere wenn sich Husten oder gar Luft- not einstellt Venenerkrankungen sind ein häufig vorkommendes Krankheitsbild Besenreiser sind überwiegend ein kosmetisches Problem Wilhelmshaven. (gms) Eine Ergänzung zu den be- stehenden Corona-Test- zentren bietet die Firma Sporthallenservice aus Wilhelmshaven. Ihr „WHV-Testmobil“ soll auch älteren und allein le- benden Menschen, die in ihrer Mobilität einge- schränkt sind, einen einfa- chen Zugang zu Antigen- Schnelltests ermöglichen. Die Betroffenen werden vor Ort getestet. Inhaber Jan Alter will das mobile Angebot auch auf dem Wochenmarkt auf dem Rathausplatz, im Sportforum und am Süd- strand einsetzen. Die ge- nauen Einsatzorte und Zeiten werden auf der Internetseite www.whv- testmobil.de bekannt ge- geben. „Wir haben mit die- sem Angebot bereits gute Erfahrungen gemacht“, so Alter, der neben einem weiteren mobilen Testan- gebot im Landkreis Fries- land auch Testzentren in Hooksiel und Horumersiel betreibt. Für die konstruk- tive Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt der Stadt Wilhelmshaven bei der Vorbereitung des Ser- vice sei er sehr dankbar. Eine große Nachfrage verzeichne in der Jade- stadt bereits das Testange- bot für Unternehmen, die vor dem Hintergrund der aktuellen Sars-CoV-2-Ar- beitsschutzverordnung für ihre in Präsenz arbeiten- den Arbeitnehmer ein Test-Angebot vorhalten müssen. Testmobil: Kostenloser Service

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