Nordwest Sonntagsblatt

Seite 10 12. Dezember 2021 Wilhelmshaven. (NWS) Wasser und Luft haben gerade nicht die Temperatur, die Massen an Schwimmerinnen und Schwimmern ins Wasser des Jadebusens lockt. Die hartgesottene Gruppe, die das ganze Jahr über am Fliegerdeich schwimmen geht, konnte das aber natürlich auch am Nikolaustag nicht davon abhalten, ihrem Hobby nachzugehen. Wenn man es gewöhnt sei, sagte Dagmar Börner, koste es keine Überwindung mehr. Im Gegenteil, das Ganzjahresschwimmen entfalte einen hohen Suchtfaktor. Die Wilhelmshavenerin entschied sich vor acht Jahren, nach dem Herbst einfach weiter zu schwimmen. Die rund 40-köpfige lose Gruppe trifft sich im Zeitraum von zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Hochwasser. Sogar im Dunkeln wurde schon geschwommen. Mit der Stadt sei ausgemacht, dass das Geländer der Einstiegstreppe im Winter für sie dran bleibe. Früher zogen sie sich bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) um. Heute geschieht auch das im Freien unter der Hotelterrasse nebenan. Bei Eisgang bauen die Winterschwimmer das Geländer selbst ab. Dann dient ihnen eine Leine zum Hochziehen. Zu ihrem Nikolausschwimmen trugen die Schwimmerinnen und Schwimmer stilecht Weihnachtsmannmützen. Auch eine Meerjungfrau hatte sich unter sie gemischt. Zur großen Überraschung und Freude schaute sogar der Weihnachtsmann auf seinem großen Motorrad bei ihnen vorbei. Zum Schwimmen sei sein Sack zu schwer, meinte der Wilhelmshavener, der einen Garten am Banter See hat und früher gerne Kitesurfen ging. Edgar Frank, wie der Weihnachtsmann heißt, fährt stets an Adventssonntagen durch die Stadt und das Umland. Am Nikolaustag machte er eine Ausnahme, wollte aber noch weiter fahren, da sonst der Aufwand des Verkleidens zu groß sei. Er freue sich immer, wenn Busfahrer oder die Polizei ihn auf seinem Motorrad grüßten. An die Ganzjahresschwimmerinnen und Ganzjahresschwimmer war er über eine Kollegin gekommen. Ganzjahresschwimmerinnen und -schwimmer trafen sich zum Nikolausschwimmen Nikolausschwimmen mit Ehrengast Zur großen Überraschung aller Schwimmerinnen und Schwimmer schaute sogar Weihnachtsmann Eddi mit seinem großen Motorrad vorbei., Foto: privat Frankfurt am Main. (ots) Auch wenn sie die friedlichste und besinnlichste Zeit des Jahres sein soll, ist sie doch mitunter mit einigem Stress verbunden: DieWeihnachtszeit. Denn wie eine bevölkerungsrepräsentative Studie des Versicherungsmanagers CLARK in Zusammenarbeit mit demBefragungsinstitut YouGov zeigt, werden die Deutschen von verschiedenen Sorgen während der Festtagsvorbereitung begleitet.Dabei scheint die Suche nach dem perfekten Geschenk ein großer Stressfaktor für uns zu sein: So würde sich z.B. mehr als jede:rfünfte Deutsche (23 Prozent) darüber ärgern, wenn das online bestellte Weihnachtsgeschenk beschädigt geliefert wird. Doch neben den alljährlichen Sorgen, die schon fast zur Weihnachtszeit dazu gehören, reihen sich seit dem letzten Jahr auch vermehrtSorgen ein, die mit Corona einhergehen. So sorgt sich beispielsweise knapp jede dritte Person (31 Prozent) darum, ob eine private Weihnachtsfeier mit den Liebsten überhaupt stattfinden kann. CLARK geht deswegen darauf ein, welche Auswirkungen zu vielStress gerade im Winter haben kann. Das belastet die Deutschen in der Vorweihnachtszeit Für viele Deutsche gibt es jedes Jahr Stressfaktoren, die die besinnliche Stimmung der Vorweihnachtszeit trüben können. Obwohles eine schöne Tradition ist und man seinen Liebsten meist eine große Freude damit bereitet, empfinden beispielsweise einige Deutsche die Suche nach dem passenden Geschenk als stressig. Und auch die Sorge darum, ob man das Weihnachtsfest in diesem Jahr mit den eigenen Eltern oder bei der Familie des Partners verbringt, beschert bestimmt einigen rauchende Köpfe. Denn seitdem letzten Jahr kommt noch ein weiterer Belastungspunkt hinzu: Die Corona-Pandemie. Gerade jetzt, wo die Lage wiederangespannt ist, macht sich jede:r dritte Deutsche (31 Prozent) zusätzlich Sorgen darüber, ob eine private Weihnachtsfeieraufgrund von Corona überhaupt stattfinden kann. Denn die Angst seine Liebsten gerade an Weihnachten mit einer unbemerktenInfektion anzustecken, ist bei 21 Prozent der Deutschen hoch. V or allem die 18- bis 24Jährigen, denen oft ein zu leichtsinniger Umgang mit der Ansteckungsgefahr und den Corona-Regeln nachgesagt wurde, machen sich nun am meisten Sorgen darüber. Mehr als jeder Dritte (34 Prozent) dieser Altersgruppe hat die Befürchtung unwissentlich Überträger von Corona zu sein. Mentale Beschwerden haben sich durch die Pandemie verschlimmert Die CLARK-Studie zeigt weiter, dass sich 25 Prozent der Deutschen aufgrund von Corona vermehrt Sorgen um Familie und/oderdie Freunde machen - ein zusätzlicher Stressfaktor, der vor allem auch jetzt die Vorfreude auf die Feiertage schwächen kann. Fürmehr als jeden fünften Deutschen (22 Prozent) ging die Corona-Pandemie auch mit zusätzlichen finanziellen Sorgen und Ängsteneinher, die sich jetzt beim Geschenkekauf sicher auch bemerkbar machen können. Denn 14 Prozent der Befragten fürchten sich sogar davor, aufgrund von Corona nicht genügend Geld für die Weihnachtsgeschenke zu haben. So zeigt sich auch in der Vorweihnachtszeit wieder einmal, dass die Corona-Pandemie nicht nur eine Gefahr für unsere körperliche Gesundheit darstellt, sondern auch unsere Psyche belasten kann. Lockdown und Kontaktbeschränkungen haben die Deutschensehr mitgenommen, sodass fast jeder dritte 35- bis 44-Jährige CLARK-Studienteilnehmer angibt mehr psychische Erkrankungenim eigenen Umfeld erlebt zu haben. Dunkle Wintertage fördern mentale Leiden Gerade die Weihnachtszeit sollte vielen Menschen das Gefühl geben wieder mehr zur Ruhe kommen zu können. Denn gerade dieses Gefühl haben 38 Prozent der 35- bis 44-Jährigen laut einer CLARKStudie wegen Corona besonders vermisst. Doch gerade die sorgenvollen Gedanken wegen der CoronaPandemie und der Weihnachtsstress könnten bei einigen Menschen zu tiefgreifenden mentalen Beschwerden führen. Besonders im Winter kämpfen nämlich viele Menschen gegen psychische Leiden. Denn aufgrund des Serotoninmangels, der mit den dunkleren und kürzeren Tagen einhergeht, haben wir generell oftmals weniger gute Laune. Natürlich endet der Weihnachtsstress spätestens mit dem letzten Familienbesuch, der letzten Geschenkübergabe oder mit dem letzten Feiertag zwischen den Jahren. Und auch die Tage werden wieder stetig heller und länger. Doch was bei vielen bleibt, sindgerade während Corona psychische Belastung und auch akute mentale Leiden. Denn beispielsweise waren laut dem Psychoreport der DAK die meisten Arbeitsausfälle im Jahr 2020 aufgrund von Depressionen. Ein deutliches Zeichen dafür, dass psychische Belastungen unbedingt ernst genommen werden sollten und man besser auf sein mentales Befinden achten sollte.Tiefgreifendere psychische Erkrankungen sind nämlich auch die häufigsten Ursachen für eine längere Berufsunfähigkeit. Und laut einer Studie ist jede vierte Person einmal im Laufe ihres Lebens von einer Berufsunfähigkeit betroffen. „Damit bei einemArbeitsausfall nicht auch noch Geldsorgen eine zusätzliche Belastung darstellen, empfehlen wir jeder arbeitenden Person sich übereine Berufsunfähigkeitsversicherung zu informieren.“, so die CLARK-Versicherungsexperten. „Um diesen Fall aber gar nicht ersteintreten zu lassen, ist jeder dazu aufgefordert, psychische Beschwerden genauso ernst zu nehmen, wie körperliche. Diese Sorgen vermiesen den Deutschen dieVorfreude auf Weihnachten Oh du fröhliche, oh du stressige? Stress nicht nur beim Kauf der Weihnachtsgeschenke. Foto: CLARK

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