Nordwest Sonntagsblatt

12. Dezember 2021 Seite 23 Sankt Nikolaus wurde geboostert! Der heilige Sankt Nikolaus ging an seinem Ehrentag mit gutem Beispiel voran und ließ sich boostern. Pfarrer Alfons Kordecki suchte dazu seine Hausarztpraxis auf. Er besuchte die Kinder des Kindergartens Christus König und legte auf dem Rückweg einen Zwischenstopp zur Drittimpfung ein. Foto: Karasch gebedürftigen Person individuell berücksichtigt werden. Gerade für Demenzpatienten ist dies ein Segen“, weiß Arun Ananth. Auch der weit verbreiteten Alterseinsamkeit gibt das Pflegemodell keine Chance: Betreuungskräfte leisten Senioren in den eigenen vier Wänden Gesellschaft, wodurch sich wieder mehr Gelegenheiten für ausführliche Gespräche bieten. Auch Erledigungen wie Einkaufen und Besuche beim Arzt lassen sich zu zweit verrichten. Zudem verbessert sich oftmals die Beziehung zwischen der pflegebedürftigen Person und ihren Angehörigen, da sie sich entlastet fühlen und alle die gemeinsame Zeit wieder mehr genießen können. Weitere Informationen unter www.deutschespflegehilfswerk.de Willich. (NWS) Menschen werden immer älter – eigentlich eine schöne Entwicklung. Für Senioren stellt dies aber auch eine Herausforderung dar: Körperliche und seelische Erkrankungen sorgen dafür, dass ihnen Aufgaben wie Kochen und Putzen oder auch die tägliche Hygiene mit fortschreitendem Alter immer mehr Schwierigkeiten bereiten. In vielen Fällen unterstützen Angehörige ihre älteren Familienmitglieder, doch auch sie fühlen sich oftmals nach einiger Zeit erschöpft. „Da die meisten Senioren so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben möchten, kommt für viele ein Leben im Heim erst als letzte Option infrage. Eine mögliche Alternative bildet die sogenannte 24-Stunden-Betreuung“, weiß Arun Ananth, Gründer und Geschäftsführer des Deutschen Pflegehilfswerks. Unterstützendes Pflegemodell Beim Wohnkonzept der 24-Stunden-Betreuung zieht eine meist aus Osteuropa stammende Betreuungskraft zum Betroffenen ins Haus und unterstützt ihn bei alltäglichen Aufgaben wie der Körperpflege. Üblicherweise dauern die Einsätze drei Monate, danach löst eine zweite Betreuungskraft ihre Vorgängerin ab. In der Regel findet der Personalwechsel lediglich zwischen zwei Betreuungskräften statt, sodass sich Pflegebedürftige nicht an viele verschiedene Menschen gewöhnen müssen. Wer eine 24-Stunden-Betreuungskraft sucht, wendet sich am besten an eine seriöse Pflegeagentur. „Im ersten Schritt überprüft die Agentur die Qualifikationen des Betreuungspersonals und ermittelt die individuellen Bedürfnisse des Pflegebedürftigen. Danach lernen sich beide in einem persönlichen Gespräch kennen. Stimmt die Chemie, zieht die Betreuungskraft in den Haushalt der betroffenen Person ein“, erklärt Arun Ananth. Wieder mehr Freude im Alltag Eine 24-Stunden-Betreuung bietet Senioren die Möglichkeit, nach wie vor im eigenen Zuhause zu wohnen und darüber hinaus die eigene Selbstständigkeit zu bewahren. „Bei diesem Pflegemodell werden Betroffene im Alltag weiterhin gefordert und von der Fachkraft unterstützt, falls bei manchen Aufgaben Schwierigkeiten auftreten. Außerdem können bei der Eins-zu-eins-Betreuung im Gegensatz zur Situation im Heim Wünsche und Bedürfnisse der pfle- Im eigenen Zuhause alt zu werden, wünschen sich viele Menschen Leben im Heim – muss das sein? Die sogenannte „24-Stunden-Betreuung“ ermöglicht auch im Alter ein Leben zuhause. Foto: Rainer Sturm/pixelio Friesland. (NWS) Der Kreisausschuss des Landkreises Friesland spricht sich mit aller Klarheit gegen die beabsichtigte Zentralisierung der ärztlichen Notfallbereitschaft für die nördlichen Kommunen im Landkreis Friesland am Klinikum Wilhelmshaven aus. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen wird aufgefordert, die angekündigten Pläne auszusetzen. Mit der geplanten Zentralisierung wäre die Notfallpraxis am Klinikum Wilhelmshaven für annähernd 130.000 Patienten im Bereich Wilhelmshaven, Sande, Jever, Schortens und dem Wangerland erster Anlaufpunkt. Es steht die begründete Befürchtung seitens des Rettungsdienstes wie auch der Friesland-Kliniken im Raum, dass Patienten den Weg über die schlecht erreichbare zentrale Notrufnummer und nachWilhelmshaven scheuen und stattdessen direkt den Notruf oder den Weg in die Notaufnahme der Kliniken am Standort Sande wählen werden. Dieses führt schon jetzt oftmals zu einer „Fehlbelegung“ mit Patienten in der Notaufnahme, die eigentlich in die ärztliche Notfallbereitschaft gehören. Neben dem personellen Aufwand hat dieser Umstand auch wirtschaftlich negative Folgen für die FrieslandKliniken. Für die Patientinnen und Patienten, die auf eine Versorgung der ärztlichen Notfallbereitschaft angewiesen sind, ist der Weg aus den umliegenden Kommunen ans Klinikum Wilhelmshaven eine weitere Belastung. Nach Aussage der örtlichen Ärzte ist die Bereitstellung entgegen der Darstellung der KVN keine zusätzliche Belastung und funktioniere im Sinne des Patienten reibungslos. Vor diesem Hintergrund ist es für den Landkreis Friesland nicht nachvollziehbar, warum eine funktionierende und von der Bevölkerung akzeptierte Struktur für die ärztliche Notfallbereitschaft in Jever, Schortens und dem Wangerland zerschlagen werden soll. Kreisausschuss des Landkreises Gegen Zentralisierung der ärztlichen Notfallbereitschaft

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